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Clik here to view.Die Mercedes-Benz Fashion Week ist vorbei, unsere Kamera glüht immer noch und unsere Köpfe auch, denn jetzt wir sind immer noch mitten in der Nachberichterstattung. Sieht es immer alles so einfach und glamourös aus, ist es doch meist stundenlanges Schwitzen in der Sonne bei dem Warten auf 10 Shows am Tag.
Die Outfit Frage spielt da natürlich immer eine wichtige Rolle, schließlich möchte man ja auch toll aussehen, nur wie kann man gleichzeitig gut aussehen und der Wärme trotzen? Ich habe bisher keine Antwort gefunden.
Man entscheidet sich also das dünnste Oberteil anzuziehen am besten nur ein Tanktop oder ein T-Shirt. Hört sich langweilig an. Ist es auch. Ich bin aber eher der Mensch, der sich Clean, ohne viel Schnick Schnack kleidet und gehe daher immer als langweilig durch. Viele Menschen nennen das auch klassisch. Ich bin also klassisch.
Wie ich schon in meinem Grundkurs für die 1. Mercedes-Benz Fashion Week geschrieben habe, ist das Outfit elementar für einen Blogger. Je mehr er auffällt, desto mehr wird er fotografiert, desto mehr wird sein Blog bekannt und auch er als Person. Meist ist es nicht das Vogue Cover was angestrebt wird, sondern die Streetstyle Seite der Grazia bis hin zur Brigitte.
Da ich ein großer Fan von Esther Perbandt bin und noch ein größerer Fan von ihrem „Leather Holster“, den es bald zu kaufen gibt, bin, dachte ich mir, ich möchte sie unglaublich gern unterstützen und trage das Ledergeschirr zur Mercedes-Benz Fashion Week.
Meine Aufgabe für diese Tag: Viele sollen mich fotografieren, damit ich immer sagen kann “Ich trage Esther Perbandt”.
Es war an einem Donnerstag im Juli, dort wo die meisten Shows für mich warteten und auch das heißeste Wetter, als ich mir überlegte den „Leather Holster“, zu tragen. Leicht tragbar dachte ich am Anfang. Im Nachhinein eine Erkenntnis reicher, denn dem war nicht so. Ich muss sagen. ich liebe das Teil, dadurch, dass ich aber, wie wir heute gelernt haben, eher klassisch aus dem Haus gehe, war es für mich eine große Überwindung die Haustürschwelle zu übertreten.
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Nun war er gekommen, der Augenblick an dem ich das Haus verlassen musste und mit jedem Schritt wurde ich immer aufgeregter, wie die Menschen gleich wohl darauf reagieren würden. Mit meinem Handy in der Hand, überlegte ich immer wieder: Taxi oder kein Taxi? Ich habe keins gerufen. Es war quasi eine Mutprobe für mich selbst. Los Oliver, Selbstbewusstsein! Du weißt, dass ist das Wort. was soviel heißt wie sich-okay-fühlen. Da ich immer in Gedanken versinke, war ich beim aufwachen aus meinem Tagalbtraum auch schon mit einem Bein in der U-Bahn und habe die Leute gar nicht beachtet.
Ich muss ja ehrlich sagen, ich mag es nicht wenn mich Leute angucken, weil ich nicht weiß, ob sie es positiv oder negativ tun. Mit dem Outfit war alles über den Haufen geworfen. Mit der Sonnenbrille auf der Nase, guckte ich mir ganz genau die Blicke an. Ich beschreibe die Blicke gern so: ein kurzes Anschauen, dann schnell weggucken, immer wieder kurz hinschauen, wieder weggucken, Augenbrauen hochziehen – Ja, ich musste zum Zoo (umgangssprachlich für Zoologischer Garten) aber nicht in den Zoo.
Je öfter und länger mich Menschen anstarrten, desto sicherer wurde ich. Ich mochte mein Outfit sehr, daher fiel es mir irgendwann nicht schwer den Blicken ins Gesicht zu sehen und wie ein Ritter mit dem Schwert zu bekämpfen. Als ich am Zoo angekommen war, kam die schwierigste Aufgabe. Jeder World of Warcraft Spieler würde diese mit 1000 Gold belohnen oder 100000 Holz oder was weiß ich, was man verdient bei einer der schwierigsten Aufgaben, die ich bezwingen musste: Die Busfahrt.
Wegen der Fanmeile (Dank hier an alle Fußball-Fans die sich gerade auf Zeitgeschmack befinden), wurde das Mercedes-Benz Fashion Week Zelt an den besten Ort ganz Berlins gestellt: Dort wo sehr viel los ist und es viele Geschäfte gibt, wenn man den Tiergarten meint und mit Geschäften Hundekacke – an die Siegessäule. Ich musste nun also mit dem Bus 100 fahren. Sollte es nicht schon die Krönung sein mit einem Bus in diesem Outfit fahren zu müssen, nein, muss es auch noch der Touri-Bus 100 sein der vom Zoo bis Alex alle Sehenswürdigkeiten mitnimmt.
Ich saß nun da, in meinem Outfit, und ließ die Blicke auf mich wirken. Ich machte daraus ein Spiel und versuchte die Blicke zu interpretieren. Es gab, der erschrockene Blick, der bemitleidenswerte Junge-du-bist-doch-so-ein-hübscher-warum-tust-du-so-etwas-Blick und der angewiderte Blick. Mein Lieblingsblick, der natürlich auch gewonnen hat, war: Wo-will-der-denn-hin-in-einen-SM-Schuppen-oder-etwa-doch-nur-zur-Fashion-Week-Blick.
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Die Bustemperatur lag bei zarten 18°C, als ich ausstieg waren es gefühlte 54°C und ich glaube jeder weiß, wie Leder und Wärme sich vertragen.
Dann kamen die ersten Leute, die mich kannten. Ich freute mich sie zu sehen, nicht nur weil ich sie sehr mag, auch weil sie vielleicht mein tolles Outfit entdecken und mich dann ablichten werden. Nichts war. Streetstyle ist irgendwie nur schön, wenn es anscheinend an Mädchen ist und so war auch der 2. Satz nachdem man mir sagte: Dein Outfit ist so toll, aber leider dürfen wir nur Mädchen fotografieren. Diese Absage machte mich ein bisschen traurig, ließ meinen Mut aber nicht verschwinden doch noch abgelichtet zu werden!
Ich rannte also durch das Zelt, nahm jede Raucherecke mit, stand in jeder erdenklichen Pose, hab den Designernamen Esther Perbandt tausend Mal genannt, und habe mich für die tolle Kollektion fast tot geschwitzt.
Mission Complete!
Und gelernt haben wir auch noch was:
Ich werde öfter probieren etwas anzuziehen, was nicht dem Geschmack der Masse entspricht. Man wird selbstsicherer und fühlt irgendwann auch immer wohler in seinem Outfit. Man muss nur von Anfang an dazu stehen.
Bild 2 und 3 geschossen von Nadine.